Traumasensibles Handeln ist in der Kinder- und Jugendarbeit längst kein Randthema mehr. Immer häufiger begegnen Fachkräfte jungen Menschen, die Belastungen, Krisen oder traumatische Erfahrungen mitbringen – manchmal sichtbar, oft aber auch leise und zunächst kaum erkennbar. Umso wichtiger ist es, Verhaltensweisen einordnen, Sicherheit geben und angemessen reagieren zu können.
Seit vielen Jahren bietet das Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen deshalb eine Weiterbildung zur Traumapädagogin bzw. zum Traumapädagogen an. Geleitet wurde sie von Pfarrerin, Supervisorin und Traumafachberaterin Sabine Haupt-Scherer, die mit großer Fachlichkeit, Erfahrung und Sensibilität viele Menschen in diesem Themenfeld begleitet und qualifiziert hat.
In diesem Jahr fand nun der letzte Durchlauf dieser Weiterbildung statt, da Sabine Haupt-Scherer im kommenden März in den Ruhestand verabschiedet wird. Insgesamt konnten 15 Teilnehmende ihre Zertifikate entgegennehmen – vier von ihnen kommen aus der Evangelischen Jugend von Westfalen.
Bei der feierlichen Zertifizierung war auch Landesjugendpfarrer Christian Uhlstein anwesend. Er gratulierte den Absolvent*innen herzlich und würdigte die Bedeutung der Weiterbildung für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Die neuen Traumapädagog*innen bringen ihr Wissen künftig in ganz unterschiedliche Arbeitsfelder ein. Sie können dazu beitragen, traumatische Belastungen besser zu erkennen, Verhalten nicht vorschnell zu bewerten und jungen Menschen mit mehr Sicherheit, Verständnis und Orientierung zu begegnen. Gerade in der Kinder- und Jugendarbeit ist das ein wichtiger Beitrag zu einer Kultur, die hinschaut, stärkt und Schutzräume eröffnet.
Auch wenn diese Weiterbildungsreihe nun endet, bleibt das Thema im Amt für Jugendarbeit weiter präsent. Unter anderem im Zusammenhang mit mentaler Gesundheit wird traumasensibles Arbeiten auch künftig eine wichtige Rolle spielen.