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Beschluss 2026/7: Kirchenaustritte junger Menschen – Ursachen verstehen, Dialog führen
Merlin Rothe (KK Dortmund)
angenommen
Die Versammlung der Evangelischen Jugend von Westfalen regt an, im Rahmen der nächsten Landessynode einen Dialogprozess zwischen der Landessynode und der Versammlung der Ev. Jugend von Westfalen zu initiieren, indem miteinander die gesamtkirchliche Herausforderung bearbeitet wird, die Beteiligung (junger) Menschen weiter zu fördern und in diesem Zuge ihre Identifkation mit der Kirche zu stärken.
Dabei soll eine differenzierte Beteiligungsstruktur berücksichtigt werden, insbesondere im Hinblick auf Alter, Frömmigkeit, Interkulturalität und Geschlecht
Begründung
Die Evangelische Jugend von Westfalen dankt der Landessynode für die Bitte an die Versammlung der
Evangelischen Jugend aus dem Herbst 2025, ihre Expertise zum Thema Kirchenaustritte junger Menschen einzubringen.
Die Anlässe für Kirchenaustritte junger sowie auch älterer Menschen sind gründlich erforscht: In der
Studie „Anlässe und Motive des Kirchenaustritts“ werden Ärger über kirchliches Handeln, Entsetzen über Missbrauch von Schutzbefohlenen und finanzielle Gründe genannt.
Häufg ist ein Austritt Ergebnis eines längeren Prozesses, im Grunde jedoch immer wieder auf fehlende
Relevanzerfahrungen von Menschen in und mit ihrer Kirche zurückzuführen. Kirche erscheint für die
eigene Lebensbiografe nicht mehr identitätsstiftend (vgl. 1). Dies gilt insbesondere auch für junge
Menschen: Über viele Jahrzehnte wurde es versäumt, sie nicht nur als Teilnehmende zu sehen, sondern als aktive Mitgestaltende von Kirche. Zu lange wurde an alten Strukturen und Kulturformen festgehalten.
Zu wenig transparent und zu wenig gesellschaftlich relevant in Bezug auf junge Themen erscheint
kirchliches Wirken.
Möchte Kirche Austritten entgegenwirken, wird sie nicht darum herumkommen, kirchliche Lebenswelt zu erneuern und Teilhabe zu ermöglichen.
Durch die Einführung des Jugendbeteiligungserprobungsgesetzes im Jahr 2022 und des Kinder- und
Jugendvertretungsgesetzes im Jahr 2025 wurden bereits neue Strukturen geschaffen, durch die junge
Menschen als aktiv Mitwirkende begriffen und gefördert werden.
Auch die Prinzipien, die der Kirchenordnungsrevision zugrunde liegen, scheinen gute Rahmenbedingungen zu fördern. Wie die Ausgestaltung einer neuen Kirchenordnung belebt werden kann, darüber wäre ein Diskurs über die Generationen hinweg sicher lohnend. Die Evangelische Jugend von Westfalen als ständiger Ausschuss der Landessynode (§ 35, Abs. 13, GOLS) – zum Beispiel im Rahmen einer synodalen Beratung – ist bereit, gemeinsam in einem Erkundungs- und Gestaltungsprozess an der gemeinsamen Zukunft zu arbeiten.
Vor diesem Hintergrund – und unter Berücksichtigung dessen, dass Kirchenaustritte kein ausschließlich
altersspezifsches Thema sind – wird angeregt, einen strukturierten Diskurs über die Ergebnisse und den
Umgang mit Kirchenaustritten in allen Altersgruppen zu führen.