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Jugendbeteiligung über Grenzen hinweg


Austausch zwischen Vertreter*innen der Evangelischen Kirche von Westfalen und der lutherischen Kirche in Polen
Im Anschluss an die Delegationsreise der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche von Westfalen fand am 9. Juli 2026 im Lutherischen Zentrum in Warschau ein deutschpolnisches Treffen zur Beteiligung junger Menschen in Kirche und Jugendarbeit statt.
Anlass war der Besuch von Jan Tomischat, der als junges Mitglied der westfälischen
Kirchenleitung an der Reise teilnahm. Zu dem Austausch kamen Jugendleiter aus verschiedenen Teilen Polens zusammen: Jakub Chodura, Błażej Dolniak und Wiktor Dendewicz aus der Gemeinde in Jastrzębie, Pola Krop-Machalica aus der Dreifaltigkeitsgemeinde in Warschau, Pfarrer Filip Lipiński aus der Gemeinde in Krakau sowie Anna Wrzesińska, Koordinatorin für internationale Kontakte der polnischen lutherischen Kirche.


Nach einer persönlichen Vorstellungsrunde standen zunächst die unterschiedlichen Formen der Jugendarbeit in Polen und Westfalen im Mittelpunkt. Jakub Chodura und sein Team präsentierten unter dem Titel „Grow in God’s love“ das beeindruckende Konzept der Jugendarbeit in ihrer Gemeinde in Jastrzębie. Besonders die zahlreichen Angebote und Day-Camps verdeutlichten, mit wie viel Engagement, Kreativität und
Leidenschaft dort kirchliche Jugendarbeit gestaltet wird. „Ich konnte dieser großen und vielfältigen Arbeit nur staunend gegenüberstehen. Auch im Nachhinein sind die Videos der Day-Camps, die auf Instagram zu sehen sind, einfach begeisternd“, berichtet Jan Tomischat.

Anna Wrzesińska stellte anschließend Möglichkeiten eines deutsch-polnischen Jugendaustausches vor. Ein solcher Austausch könnte nicht nur die Beziehungen zwischen jungen Menschen und Kirchengemeinden beider Länder stärken, sondern auch durch entsprechende Förderprogramme unterstützt werden.
Nach einer gemeinsamen Mittagspause rückte die strukturelle Beteiligung junger Menschen in den Mittelpunkt. Jan Tomischat stellte die Jugendarbeit in seiner Kirchengemeinde, seinem Kirchenkreis und der Evangelischen Kirche von Westfalen vor. Dabei berichtete er insbesondere über das Jugendbeteiligungserprobungsgesetz und das Kinder- und Jugendvertretungsgesetz. Beide Regelungen sollen dazu beitragen, jungen Menschen verbindliche Mitwirkungs- und Entscheidungsmöglichkeiten in kirchlichen Strukturen zu eröffnen.


Im Gespräch wurden die unterschiedlichen Voraussetzungen der Jugendbeteiligung
in beiden Kirchen deutlich. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmenden darüber, wie
junge Menschen stärker in kirchliche Entscheidungsprozesse eingebunden werden
können und welche Herausforderungen mit dem Aufbrechen langjährig gewachsener
Strukturen verbunden sind.
Pfarrer Filip Lipiński berichtete über die aktuellen Diskussionen zur Stärkung der Jugendbeteiligung innerhalb der polnischen lutherischen Kirche. Darüber hinaus stellte er die Arbeit der vom Lutherischen Weltbund eingesetzten Arbeitsgruppe zur generationenübergreifenden Gerechtigkeit vor. Die dortigen Entwicklungen zeigen, dass die Beteiligung junger Menschen auch auf internationaler Ebene zunehmend als zentrale
Zukunftsfrage der Kirche verstanden wird.


Zum Abschluss wurden der Verlauf des Treffens und die wichtigsten Erkenntnisse Bischof Jerzy Samiec vorgestellt. Er dankte den Beteiligten für ihr Engagement und den offenen Austausch. Zugleich bestand Einigkeit darüber, dass das Treffen keine einmalige Begegnung bleiben soll. Die entstandenen Kontakte sollen weitergeführt und der Austausch zwischen der Jugendarbeit in Polen und Westfalen vertieft werden.


„Ein Austausch in diesem Bereich ist unvergleichbar wichtig. Er macht noch einmal deutlich: Evangelische Jugendarbeit wirkt weltweit und ist weltweit von Bedeutung. Das gelingt nur, wenn junge Menschen nicht ausschließlich Zielgruppe kirchlicher Arbeit sind, sondern diese selbst mitgestalten und Verantwortung übernehmen. Dieses Treffen hat gezeigt, was und wer wir als evangelische Jugend sind und sein wollen“,
resümiert Jan Tomischat.