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Medien sind längst kein Zusatz mehr – sie sind Lebenswelt. Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer digitalen Realität auf, die ihre Kommunikation, ihre Beziehungen und ihre Sicht auf die Welt prägt. Genau hier setzt Medienpädagogik an: nicht als erhobener Zeigefinger, sondern als Einladung, diese Welt bewusst, kritisch und kreativ zu gestalten.
Die Evangelische Jugend Westfalen versteht Medienpädagogik als gelebte Teilhabe. Es geht darum, junge Menschen zu stärken – damit sie ihre Stimme finden, Verantwortung übernehmen und digitale Räume aktiv mitgestalten können. Ob in Social Media, Gaming, KI-Anwendungen oder kreativen Medienprojekten: Wir schaffen Räume, in denen Ausprobieren erlaubt ist, Fragen gestellt werden dürfen und Haltung wachsen kann.
Dabei verbinden wir Werte mit Wirklichkeit. Wir fragen: Wie gehen wir respektvoll miteinander um – online wie offline? Wie erkennen wir Desinformation? Wie nutzen wir Medien, um Gemeinschaft zu fördern statt zu spalten? Und wie können wir digitale Tools sinnvoll für Bildung, Beteiligung und Engagement einsetzen?
Mediencafé
Unser Austausch Format zu aktuellen Themen
In einem Online Format bei Zoom gibt es aktuelle Inputs zu Trends und Enwicklungen…
Dieses Format informiert und bietet Raum für kollegialen Austausch.
KI Seepferdchen
Künstliche Intelligenz ist längst Teil des Alltags von Kindern und Jugendlichen: Sie begegnet uns in Suchmaschinen, Lern-Apps, Social Media, Bildgeneratoren oder Chatbots. Deshalb gewinnt die Frage an Bedeutung, wie junge Menschen KI verstehen, einschätzen und verantwortungsvoll nutzen können.
Die unabhängige Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ hat dazu im Juni 2026 eine konkrete Idee vorgestellt: ein sogenanntes „KI-Seepferdchen“. Gemeint ist ein kindgerecht aufbereitetes Online-Zertifikat, das zunächst Grundschulkindern ein erstes Verständnis für Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz vermitteln soll..
Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ - zusammengefasst von der FES
Smartphones, soziale Medien, Streamingdienste und Künstliche Intelligenz gehören längst zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Digitale Räume sind Orte der Kommunikation, Unterhaltung, Information, Kreativität und Teilhabe. Gleichzeitig entstehen dort Risiken: etwa durch problematische Nutzungsmuster, Cybermobbing, manipulative Inhalte, Desinformation, algorithmische Verstärkung, ungeeignete Kontakte oder unzureichende Schutzmechanismen.
Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Online-Veranstaltung „Medienkompetenz als Schlüssel“ der Friedrich-Ebert-Stiftung am 25. Juni 2026. Im Mittelpunkt standen die Handlungsempfehlungen der Unabhängigen Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“. Die Kommission wurde vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend eingesetzt und erarbeitet Empfehlungen für einen zeitgemäßen Kinder- und Jugendmedienschutz.
Grundlage der Empfehlungen ist eine umfassende Bestandsaufnahme, die im April 2026 veröffentlicht wurde. Sie untersucht digitale Lebenswelten und Gefährdungslagen von Kindern und Jugendlichen, beschreibt Strukturen der Medienbildung, Prävention und pädagogischen Praxis und arbeitet den bestehenden rechtlichen Rahmen sowie Fragen der Durchsetzung auf. Deutlich wird: Digitaler Kinder- und Jugendschutz ist eine Querschnittsaufgabe, die Bildung, Prävention, Technikgestaltung, Regulierung und Verantwortung der Anbieter zusammendenken muss.
Die Dringlichkeit des Themas zeigt sich auch in aktuellen Studien. Die DAK-Mediensuchtstudie 2024 beschreibt die Entwicklung der Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen vor, während und nach dem Pandemiezeitraum. Für soziale Medien wurden im Herbst 2024 durchschnittlich 157 Minuten Nutzung an Werktagen und 227 Minuten am Wochenende erfasst. Zugleich weist weiterhin mehr als jedes vierte Kind beziehungsweise jede*r Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren problematische Nutzungsmuster sozialer Medien auf.
Die in der Veranstaltung vorgestellten Folien zeigten zudem, dass problematische Nutzung sozialer Medien mit psychischen Belastungen zusammenhängen kann. Problematische Nutzer*innen berichteten häufiger von depressiven Symptomen, Angstsymptomen und erhöhtem Stress. Die Diskussion machte deutlich: Es geht nicht nur um die Dauer der Mediennutzung, sondern auch um Inhalte, Plattformdesign, soziale Einbettung, Schutzmechanismen und Begleitung.
Die Handlungsempfehlungen der Expertenkommission folgen einem Dreiklang: Schutz, Befähigung und Teilhabe. Kinder und Jugendliche sollen vor Risiken und Übergriffen geschützt werden, zugleich aber auch lernen, digitale Medien kompetent, selbstbestimmt und reflektiert zu nutzen. Digitale Teilhabe soll nicht durch pauschalen Ausschluss verhindert, sondern durch sichere Rahmenbedingungen ermöglicht werden.
Ein zentrales Element ist die entwicklungsorientierte Perspektive. Die Empfehlungen unterscheiden verschiedene Lebensphasen: von der frühen Kindheit über die erste begleitete Medienaneignung bis hin zur selbstbestimmten Nutzung im Jugendalter und zum Übergang ins Erwachsenenleben. Daraus folgt: Ein Kind im Grundschulalter braucht andere Schutz- und Lernräume als Jugendliche, die soziale Medien bereits eigenständiger nutzen.
Gleichzeitig betont die Kommission ein verantwortungsbasiertes Modell. Verantwortung liegt nicht allein bei Kindern, Jugendlichen oder Eltern. Einbezogen werden Familien, Kitas, Schulen, Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheits- und Beratungsstrukturen, Beschwerde- und Sicherheitsstellen, Plattformanbieter, Forschung sowie politische Ebenen von EU, Bund, Ländern und Kommunen.
Zu den diskutierten Empfehlungen gehören unter anderem altersgerechte Medienbildung, ein kindgerecht aufbereitetes „KI-Seepferdchen“, Regeln zur privaten Nutzung digitaler Endgeräte an Schulen, eine risiko- und designorientierte Regulierung von Plattformen, wirksame und datenschutzgerechte Altersbestimmung sowie Schutzregeln für KI-gestützte Begleit- und Gesprächssysteme.
Für die pädagogische Praxis bedeutet dies: Medienkompetenz ist keine Zusatzaufgabe am Rand, sondern ein Bestandteil gelingenden Aufwachsens. Kinder und Jugendliche brauchen verlässliche Erwachsene, verständliche Regeln, sichere digitale Räume und Möglichkeiten, eigene Erfahrungen zu reflektieren. Kinder- und Jugendarbeit, Schule, Elternarbeit und Jugendhilfe können dabei wichtige Brücken bauen – zwischen Schutz und Freiheit, zwischen Prävention und Teilhabe, zwischen technischer Regulierung und pädagogischer Begleitung.
Die Handlungsempfehlungen liefern damit Impulse für eine Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendmedienschutzes. Sie zeigen: Eine sichere digitale Zukunft entsteht nicht durch einfache Verbote allein, sondern durch gemeinsame Verantwortung, gute Bildung, wirksame Schutzstandards und die Beteiligung junger Menschen
Ansprechpartner*innen im Amt
Hans Zabel
Jugendarbeit und Schule
Telefon: 02304-755-232
E-Mail: hans-reinhard.zabel@afj-ekvw.de
Amt für Jugendarbeit
Iserlohner Straße 25
58239 Schwerte
Stefanie Emde
Assistenz
Telefon: 02304-755-390
E-Mail: stefanie.emde1@afj-ekvw.de
Amt für Jugendarbeit
Iserlohner Straße 25
58239 Schwerte