Schwerte. Mit dem Gemeindepädagogischen Forum ist am 21. September 2026 in Haus Villigst die Einführungswoche für Berufseinsteigerinnen im Handlungsfeld Verkündigung und Seelsorge gestartet. Unter dem Motto „Mutbürgerinnen leben Demokratie – es gelingt wegen Dir“ kamen beim Forum rund 160 Teilnehmende zusammen. Eingeladen waren dabei nicht nur „Newbees“, sondern alle Mitarbeitenden, die in gemeindepädagogischen Arbeitsfeldern tätig sind. Im Mittelpunkt standen Ermutigung, Austausch und die Frage, wie Demokratie im eigenen Umfeld konkret gestärkt werden kann.
Dabei warb er für neue Formen politischer Bildung, verständliche Zugänge zu komplexen Themen und Räume, in denen Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Ein demokratisches „Wir“, so seine Botschaft, schließe auch Menschen ein, die unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen mitbringen.
Den inhaltlichen Schwerpunkt des Forums setzte Ali Can, Sozialaktivist, Autor und Diversity-Trainer, mit seinem Vortrag „Zwischen Angst, Mut und Ausprobieren – Wege in ein demokratisches Wir“. Ausgehend von seiner eigenen Biografie und seinen Erfahrungen als Aktivist machte er Mut, nicht auf den perfekten Zeitpunkt zu warten, sondern ins Handeln zu kommen. „Ich glaube wirklich, dass wir alle etwas tun können“, betonte Can.
Wie wichtig Gemeinschaft und gegenseitige Ermutigung dabei sind, zeigte sich bereits im geistlichen Impuls zu Beginn des Tages. „Kraft, Liebe und Besonnenheit“ wurden dort der Furcht gegenübergestellt – verbunden mit dem Gedanken, dass Kraft besonders dort wächst, wo Menschen sich zusammentun und gegenseitig stärken.
Eine Woche für den Berufseinstieg
Auch die Teilnehmenden hoben den kollegialen Austausch hervor. „Es tut gut zu hören, dass andere an den gleichen Dingen hängen bleiben wie man selbst“, lautete eine Rückmeldung. Eine andere Teilnehmerin sagte: „Es ist eine echte Bereicherung, mit Kolleg*innen in den Austausch gehen zu können. Man bekommt so viele neue Impulse.“ Begegnungsinseln und Workshops zu Rechtsextremismus, Vielfalt, politischer Bildung und den Handlungsmöglichkeiten in Kirche und Gemeindepädagogik vertieften die Themen am Nachmittag.
Das Gemeindepädagogische Forum bildet traditionell den Auftakt zu einer Woche, die sich besonders an Berufseinsteiger*innen im Handlungsfeld Verkündigung und Seelsorge richtet. In diesem Jahr nahmen 44 Personen an der gesamten Woche teil. Gemeinsam gestaltet wird sie von Frank Fischer, Beauftragter der Berufsgruppe, sowie dem Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen mit Knut Grünheit und Daniel Rempe.
Die Teilnehmenden erhalten in diesen Tagen wichtige Informationen rund um Landeskirche, Strukturen, Finanzen und fachliche Inhalte. Gleichzeitig bietet die Woche viel Raum, um Kontakte zu knüpfen, Fragen aus dem Berufsalltag zu besprechen und sich als neue Kolleg*innen miteinander zu vernetzen.
Ein fester Bestandteil ist dabei das Kennenlernen des Amtes für Jugendarbeit: Traditionsgemäß konnten die Berufseinsteiger*innen am Mittwoch bei einem Speeddating verschiedene Referentinnen des Amtes persönlich kennenlernen, Einblicke in deren Arbeitsbereiche gewinnen und erste Ansprechpersonen für die eigene berufliche Praxis finden.
Daniel Rempe vom Amt für Jugendarbeit zog am Ende ein positives Resümee: „Es war toll zu erleben, wie viele motivierte Menschen hier mit guter Stimmung den kollegialen Austausch genossen haben. Es ist sehr ermutigend, diese jungen Kolleg*innen hier zu erleben.“
So verbindet die Woche fachliche Orientierung für den Berufseinstieg mit Vernetzung, Begegnung und gemeinsamer Standortbestimmung. Das Gemeindepädagogische Forum setzte dafür gleich zu Beginn ein deutliches Zeichen: Demokratie lebt davon, dass Menschen miteinander reden, Haltung zeigen und dort anfangen, wo sie sind.